Besser schlafen durch Melatonin

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Niedrige Melatoninwerte treten vor allem im Sommer auf

Laut einer Umfrage von Statista schlafen ca. 44 % der Deutschen nicht genug. Dabei gaben 38 % der Befragten an, 4-6 Stunden täglich zu schlafen. 6 % bekommen täglich weniger als vier Stunden Schlaf und jeder vierte Studienteilnehmer klagt über Schlafstörungen. Die Studie zeigt deutliche Defizite in der allgemeinen Schlafquantität und -qualität auf. Im heutigen Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie mithilfe von Melatonin zu einem besseren Schlaf kommen. 

Was ist Melatonin überhaupt?

Melatonin ist ein Hormon, welches aus Serotonin gebildet wird und unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Da Melatonin ein körpereigenes Hormon ist, wird es im Normalfall selbstständig durch unseren Organismus gebildet. Dies passiert an unterschiedlichen Stellen, genauer gesagt:

  • In der Epiphyse, auch als „Zirbeldrüse“ bekannt
  • Im Darm
  • In der Netzhaut unserer Augen

Ein Großteil des körpereigenen Melanins wird in der Netzhaut synthetisiert. Bei Lichteinfall wird die Melatoninproduktion gehemmt und sobald es dunkel wird, wird die Produktion wieder angeregt. 

Wie wirkt Melatonin?

Melatonin wird nicht umsonst „das Schlafhormon“ genannt. Das bei Dunkelheit gebildete Hormon dockt in unseren Zellen an und gibt bestimmte Signale an unseren Körper. So beeinflusst es beispielsweise die Absenkung der Körpertemperatur und hat einen Einfluss auf unser Gedächtnis und unsere Libido. Je höher der Melatonin-Spiegel in unserem Körper ansteigt, desto müder fühlen wir uns. 

Eine Störung des Melatonin-Spiegels kann unterschiedliche Ursachen haben. Es wurde beispielsweise beobachtet, dass Menschen ab 55 Jahren oftmals niedrigere Melatoninwerte haben. Auch Stress oder Krankheiten können Störungen im Hormonhaushalt auslösen. 

Glücklicherweise lassen sich Probleme mit unregelmäßigen Melatoninwerten heutzutage vergleichsweise leicht beheben. Hoch dosierte Präparate sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Die Einnahme solcher Medikamente sollte nur nach Absprache und unter Beobachtung eines Arztes erfolgen. Allerdings gibt es auch zahlreiche Präparate mit niedrigerer Dosierung von Melatonin, die frei verkäuflich sind und für einen erholsamen Schlaf sorgen können. 

Ursachen für niedrige Melatoninwerte

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Ursachen, die zu niedrigen Melatoninwerten führen können. Allerdings ist ein solcher Mangel vergleichsweise selten anzutreffen. Zu den möglichen Ursachen eines niedrigen Melatoninspiegels zählen unter anderem:

  • Mangel an Serotonin (Hormon, aus dem Melatonin hergestellt wird)
  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • Tabak- und Alkoholkonsum
  • Regelmäßige Stresssituationen
  • Übermäßiger Konsum koffeinhaltiger Getränke

Außerdem treten niedrige Melatoninwerte vor allem im Sommer auf. Die vergleichsweise vielen Sonnenstunden hemmen die Produktion von Melanin in der Netzhaut und können theoretisch zu einem Mangel führen. Auch abendliche Überanstrengung sollte vermieden werden, wenn Sie an einem gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus interessiert sind. Besonders anstrengende Fitnesseinheiten sind vor allem als Wachmacher geeignet und gehören in die erste Tageshälfte. Nach sechs Uhr sollten besonders straffe Programme vermieden werden – leichter Sport, wie Yoga, Laufen, Qigong oder Ähnliches, sollte vollkommen ausreichen. 

Info: Auch wenn es beim Melatonin meist um einen Mangel an Hormonen geht, ist es ebenso möglich, einen Melatoninüberschuss zu haben. Ein erhöhter Melatoninspiegel kann vor allem im Winter, aufgrund der wenigen Sonnenstunden, auftreten. Allerdings können auch Funktionsstörungen der Leber oder die regelmäßige Einnahme von Antidepressiva Gründe für einen hohen Melatoninspiegel sein. 


Bestehen Nebenwirkungen bei der Einnahme von Melatonin?

Nebenwirkungen treten selbst bei hochdosierten Präparaten, die in Deutschland zugelassen, jedoch rezeptpflichtig sind, sehr selten auf. Allerdings ist es wichtig, sich an die angegebenen Dosieranweisungen zu halten und das Melatonin regelmäßig vor dem Schlafengehen einzunehmen. 

Mögliche Nebenwirkungen, die nur gelegentlich oder gar selten auftreten können, sind:

  • Störungen des Wach-Schlaf-Rhythmus
  • Alpträume
  • Magen-Darm-Probleme
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Reizbarkeit
  • Verringerte Libido

Sollten diese oder gar neue Nebenwirkungen auftreten, sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt konsultieren und die weitere Einnahme absprechen. 

Fazit: Besserer Schlaf durch Melatonin ist durchaus möglich. Melatonin ist ein gutes und vor allem natürliches Mittel mit wenigen Nebenwirkungen, das Ihnen einen besseren Schlaf ermöglichen kann. Es ist wichtig, dass Sie bei einer längeren Anwendung, einer hohen Dosierung oder beim Auftreten von Nebenwirkungen einen Arzt konsultieren. Präparate mit geringen Dosen können Sie sich rezeptfrei zum Ausprobieren besorgen, auch hier können Sie Ihren Arzt ansprechen und die Einnahme medizinisch begleiten lassen. 

 

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