Woher kommen Blähungen?

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Was können Sie dagegen unternehmen?

Wer kennt es nicht? Da rumort es im Bauch, zuweilen mit viel Druck und schließlich knattert es hinten heraus: Winde, die sich mit unterschiedlich viel Geräusch und Aroma wort-wörtlich Luft verschaffen.

Wenn das eher selten geschieht, ist’s ja nicht so schlimm und für einen Lacher allemal gut. Pro Mensch verlässt auf diese Art pro Tag ein Liter Luft in Form von 10 – 20 Püpsen den Körper. Klingt das viel? Eher nicht, denn oftmals entweicht die Luft ja nur im nebenbei.

Aber wer ständig unter Blähungen leidet, findet das wahrlich nicht mehr lustig. Blähungen sind ein unangenehmes, peinliches Thema, über das niemand gerne spricht und doch jede und jeder kennt.

In der Regel steckt hinter Blähungen nichts Ernstes. Mit ein paar Änderungen beim Essen lassen sie sich sogar gut in den Griff bekommen. Doch was sind eigentlich die Gründe für die viele Luft im Bauch?

  • Sie kauen nicht ausreichend
    Ja genau, da haben Sie richtig gelesen. Beim Kauen wird im Speichel Amylase freigesetzt, ein Enzym, das die Verdauung der Kohlehydrate befördert. Wenn davon zu wenig vorhanden ist, dann kann das zu Blähungen führen.

  • Sie essen zu hastig und schlucken dabei Luft

Abgesehen vom Kauen: Zuviel Stress und Eile beim Essen können Ihnen das Leben schwerer machen als es nötig ist.

  • Sie nehmen Medikamente ein, die zu Blähungen führen

Es gibt einige Medikamente, die als Nebenwirkung „Flatulenz“ ausweisen. Schauen Sie in Ihrem Beipackzettel nach. Medikamente gegen Diabetes, Typ 2, sowie auch Antibiotika und Entzündungshemmer können zu Blähungen führen.

  • Sie vertragen keinen Frucht- oder Milchzucker

Ebenso eine Glutensensibilität kann im Hintergrund wirken. Aufpassen sollten Sie auch bei allen Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit oder Aspartam, die in Lightprodukten enthalten sind. Viele Menschen vertragen sie nicht.

  • Sie nehmen zu viele Lebensmittelzusätze zu sich

In Fertigprodukten finden sich jede Menge Lebensmittelzusätze, die den Körper sehr belasten können und zu Blähungen führen.

  • Sie haben eine Dünndarmfehlbesiedelung

Das bedeutet, dass Darmbakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm übersiedelt sind und dort ihre Arbeit machen wollen. Das führt aufgrund der falschen Örtlichkeit zu Blähungen und zuweilen auch zu Krämpfen.

  • Sie essen gerne Kohl & Co

Natürlich, es gibt auch Lebensmittel, die einfach von Natur aus eher blähen. Alle Kohlsorten gehören dazu, auch Zwiebeln und Lauch. Und das, obwohl diese Lebensmittel sehr gesund sind.

  • Sie haben einen Reizdarm

Das sogenannte Reizdarmsyndrom geht mit Blähungen einher. Das geht schon dann los, wenn der Darm mit einer normalen Menge Luft gefüllt ist. Dadurch, dass die Peristaltik gestört ist kommen schnell Druck, Schmerzen, Blähungen auf. Durchfall und Verstopfung wechseln einander ab. Der Reizdarm ist eine komplexe Symptomatik und sie ist ebenso verknüpft mit dem Stresslevel und der Fähigkeit, zu entspannen.

Sie sehen: es gibt vielfältige Gründe für Blähungen. Dabei ist diese Aufzählung sicher noch nicht vollständig.

Hilfe zur Selbsthilfe

  • Anis, Kümmel, Fenchel sind die Kräuter der Wahl. Vor allem ein frischer Kümmeltee alleine kann schon wahre Wunder bewirken. Dreimal täglich genossen vermag er den Bauch zu entlasten und die Blähungen zu mindern.

  • Pfefferminze, Kamille und Melisse gehören zu den Karminativa – sie beruhigen den Bauch und entspannen die Muskulatur.

  • Vermeiden Sie ein Zuviel an blähenden Speisen. Oder fügen Sie auch hier eine Prise Kümmel hinzu. Achten Sie zudem auf Ausgewogenheit indem Sie zum Beispiel in einer Gemüsepfanne mit Kohl auch eine Knolle Fenchel hinzufügen.

  • Simeticon ist ein Entschäumungsmittel, das schnell und zuverlässig wirkt. Ein erste-Hilfe-Mittel, das Sie nicht scheuen müssen, denn es hat keine negativen Nebenwirkungen.

  • Überprüfen Sie Ihren Stresslevel und sorgen Sie für eine gute Balance. Was zu viel ist, ist zu viel. Klar: Zeiten von Prüfungsstress gehen vorbei. Aber auch dem können Sie entgegenwirken. Chronischer Stress, an den Sie sich längst gewöhnt haben, vermag Ihnen trotzdem zuzusetzen. Die Aufforderung: „runterkommen, entspannen“ ist dann für Sie kein dahergesagter Satz, sondern eine Notwendigkeit. Nicht nur für Ihren Darm.

  • Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit können Sie testen lassen. Gleich, ob es die Fruktose sein mag, Laktose oder Gluten, Sorbit oder Histamin: Sie können alles überprüfen. Besser, man weiß, mit was man es zu tun hat, das macht handlungsfähig. Dabei müssen nicht immer gleich hohe Laborkosten entstehen. Eine erfahrene Therapeutin oder Therapeut kann in einem gründlichen Erstgespräch schon vieles einschätzen.

  • Mit Hausmitteln kommen Sie auch schon weit: Eine Wärmflasche auf den Bauch entspannt. Eine Massage mit einem beruhigenden Öl tut ihr weiteres dazu.

  • Bewegung hilft. Sei es eine Wanderung, ein Waldlauf oder Nordic-Walking bringt auch die Peristaltik in Schwung. Und dazu kann man hier auch mal ohne Peinlichkeit die Luft ablassen.

Wichtig zu wissen: etwas Luft im Darm ist kein Grund zur Sorge. CO2 entsteht ganz normal durch die Neutralisierung von Magen- und Fettsäuren im Darm quasi als Nebenprodukt. Ein großer Teil des CO2 gelangt übrigens über das Blut in die Lungen und wird abgeatmet. CO2 ist geruchslos. Das, was hinten als Geruchsbelästigung wahrgenommen wird, sind Ammoniak-, Methan- und Schwefelverbindungen. Aber auch diese entstehen schlicht durch’s verdauen unter Luftabschluss. Im rechten Maß ist das alles nicht Besorgnis erregend.

 

Quellen: https://focus-arztsuche.de/magazin/symptome/blaehungen-ursachen-und-was-sie-dagegen-tun-koennen

https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/was-gegen-blaehungen-hilft.html

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